Die Homöopathie hat über 200 Jahre Erfahrung mit der Behandlung von Erschöpfungssyndromen nach infektiösen Erkrankungen und es gibt dazu sehr viele interessante Kasusistiken und Fallberichte.

Insbesondere in der weltweiten Influenza-Pandemie vor über hundert Jahren („Spanische Grippe“) sammelten die Homöopathen in den USA und Europa wichtige Erfahrungen in der Behandlung postgrippaler Erschöpfungssyndrome.

Für andauernde Erschöpfungszustände nach Infekten der oberen Atemwege (z.B. nach Virusgrippe, Influenza, COVID-19) werden die unten beschriebenen Arzneimittel in der Homöopathie häufig begleitend eingesetzt und als „Bewährte Indikationen“ bezeichnet. Bewährte Indikationen eignen sich auch zur Selbstmedikation, besser ist jedoch der Besuch bei einem gut ausgebildeten homöopathischen Arzt.

Eine gute Dosierungsmöglichkeit ist z.B. D6 3 x täglich 5 Tropfen oder Globuli (Tiefpotenzen) oder C30 2 x wöchentlich 5 Tropfen oder Globuli, zunächst einmal über 2-3 Wochen, danach sollte der Erfolg evaluiert werden.

Bewährte Indikationen

Der Gelbe Jasmin ist eines der am häufigsten verordneten homöopathischen Arzneimitteln bei Erschöpfung bei und nach Atemwegsinfektionen. Es wurde bereits in der Influenza-Pandemie vor 100 Jahren sehr häufig zur Akut- und Nachbehandlung verordnet. Bei COVID-19 gehört Gelsemium zu den Arzneimitteln, die bei Schwäche als Leitsymptom häufig verordnet werden.

Wichtige Leitsymptome sind :

  • Weh, müde, schwer, schwach und wund
  • Dumpf, schläfrig und schwindelig oder benommen
  • Fühlt sich wie gelähmt
  • Schwere Augenlider, müde Augen, schwieriges Sehen
  • Wenig oder kein Durst

Die Phosphorsäure ist eines der wichtigsten homöopathischen Arzneimittel bei Erschöpfungszuständen.

Leitsymptome sind:

  • Schwach und entkräftet, still und apathisch
  • Alles verlangsamt, Konzentrationsschwierigkeiten
  • Zerschlagenheitsschmerz
  • Ringe unter Augen
  • Schwäche nach Durchfällen
  • Tagsüber schläfrig, nachts schlaflos
  • Kummer

Auch dies ist eine Arznei, die sehr häufig in der COVID-Pandemie verschrieben wurde.

Leitsymptome sind:

  • Ängstliche Unruhe und Ruhelosigkeit
  • Schwäche
  • Frostig und durstig
  • Verschlimmerung durch Kälte
  • Wundmachender Schnupfen
  • Kann mit Durchfall und Gastritis einhergehen

In Urtinktur hat der Haferstroh eine lange Geschichte als Stärkungsmittel (Tonikum). Dreimal täglich 15 Tropfen der Urtinktur in etwas Wasser einnehmen. Leitsymptome sind:

  • Geistige Erschöpfung
  • Nervosität
  • Schlaflosigkeit

Chininarsenit ist ebenfalls ein bewährtes homöopathisches Arzneimittel zur Stärkung nach Infektionen:

  • Schwäche und Unruhe
  • Frostigkeit
  • Schnelles Schwitzen bei geringer Anstrengung
  • Herzklopfen
  • Belegte Zunge und Aphthen
  • Durst

Bei komplizierten und länger andauernden Fällen kann es nötig sein, individualisiert Nosoden und Zwischenmittel zu geben. Häufiger kommen Influenzinum, Carcinosinum, Psorinum, Silicea, Sulfur, Calcium carbonicum und Thuja in Betracht. Am besten ist es, dafür eine homöopathische Behandlung bei einem homöopathischen Arzt durchzuführen.