Das homöopathische Arzneimittelbild ist eine Zusammenstellung verschiedener Symptome. Diese Symptome sind unterschiedlichen Ursprungs. Sie stammen aus:

  • der Arzneimittelprüfung an gesunden Probanden,
  • der Toxikologie (Vergiftungserscheinungen),
  • der klinischen Beobachtung,
  • Beobachtungen aus der Volksmedizin.

In der Frühzeit der Homöopathie begannen Hahnemann und wenig später einige seiner Schüler, die verschiedenen Symptome zu sammeln und zu ordnen. Es entstanden die Reine Arzneimittellehre und Die Chronischen Krankheiten. Man spricht hier von primären Arzneimittellehren, in denen die Symptome nahezu wörtlich und unverkürzt aufgelistet sind. Später wurden umfassendere Kompendien erstellt, darunter beispielsweise die zwölfbändige Encyclopedia of Pure Materia Medica des amerikanischen Homöopathen T. F. Allen. Mit der Zeit wurden die bestehenden Arzneimittellehren nach und nach gesichtet, d.h. es wurden sowohl nicht bestätigte Symptome gestrichen als auch Erfahrungen aus der Praxis eingearbeitet (sog. sekundäre Arzneimittellehren).

Ein weiterer Schritt war die Entwicklung von Arzneimittelbildern, in welchen die Symptomatologie des jeweiligen Arzneimittels möglichst anschaulich dargestellt werden sollte. Der Begriff geht auf den amerikanischen Homöopathen James Tyler Kent (1849–1916) zurück und hat sich heute als Überbegriff für Symptomensammlungen verschiedener Art durchgesetzt.

In den meisten modernen Arzneimittellehren sind die Symptome nach dem Kopf-zu-Fuß-Schema geordnet. Je nach Umfang des Werks – ob im handlichen Taschenbuchformat oder als Enzyklopädie – sind die Symptome der Arzneien entweder kurz und knapp oder auch sehr ausführlich beschrieben.

[Lucae C: Grundbegriffe der Homöopathie. Ein Wegweiser für Einsteiger. 4., bearbeitete und erweiterte Auflage. Essen: KVC Verlag – Natur und Medizin e.V. 2015]