Christian Friedrich Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie, wurde am 10. April 1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen geboren. Er studierte Medizin in Leipzig, Wien und Erlangen. Nach zahlreichen beruflichen Stationen, chemischen Studien und Übersetzungen verschiedener medizinischer Werke beschrieb er im Jahre 1796 die Ähnlichkeitsregel („Geburtsjahr der Homöopathie“). 1805 erschien seine erste homöopathische Arzneimittellehre Fragmenta de viribus in lateinischer Sprache. 1810 brachte er die 1. Auflage seines Grundlagenwerkes heraus: Organon der rationellen Heilkunde (ab der 2. Auflage: Organon der Heilkunst).

Nach weiteren Stationen im nord- und mitteldeutschen Raum zog er 1811 mit seiner Familie nach Leipzig, wo er als Privatdozent Vorlesungen über Homöopathie an der dortigen Universität abhielt. Mit einem kleinen Schülerkreis führte er regelmäßig Arzneimittelprüfungen durch, deren gesammeltes Material in der Reinen Arzneimittellehre (6 Teile, 1811-1833) publiziert wurde.

Zwischen 1821 und 1835 lebte Hahnemann in Köthen, wo er eine umfangreiche homöopathische Praxis führte und eine weitere Arzneimittellehre veröffentlichte: Die chronischen Krankheiten (Hahnemanns Arzneimittellehren erschienen 2007 als Komplettausgabe unter dem Titel Gesamte Arzneimittellehre).

Nach dem Tod seiner ersten Frau Henriette heiratete er 1835 die 45 Jahre jüngere Mélanie d’Hervilly, eine französische Künstlerin, und zog mit ihr nach Paris. Dort führten beide gemeinsam eine homöopathische Praxis bis zu Hahnemanns Tod am 2. Juli 1843.

Neben den erwähnten Werken publizierte Hahnemann eine Fülle weiterer Arbeiten auf den Gebieten der Pharmakologie, Medizin und der Homöopathie. Eine Sammlung seiner zahlreichen Aufsätze und weiterer Schriften erschien 2001 als Gesammelte kleine Schriften.

[Jütte R: Samuel Hahnemann. Begründer der Homöopathie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 2005]