Ein homöopathisches Komplexmittel ist eine fixe Zusammenstellung mehrerer Substanzen, die zumeist in D-Potenzen kombiniert werden und für eine bestimmten Anwendungsbereich bzw. eine Indikation zugelassen sind. Beispiel: Das Präparat Vertigoheel® Tabletten (Heel) gegen Schwindel, mit den Wirkstoffen Cocculus D4, Conium D3, Ambra D6 und Petroleum D8. Erste Versuche, verschiedene homöopathische Arzneien zu kombinieren, reichen in die Zeit Hahnemanns zurück – welche dieser naturgemäß vehement ablehnte. Weitere Protagonisten in der Entwicklung von Komplexmitteln sind beispielsweise Emanuel Felke (1856-1926) und Hans-Heinrich Reckeweg (1905-1985). Letzterer begründete die spezielle Richtung der „Homotoxikologie“, die im Wesentlichen die Entgiftung des Körpers im Auge hat. Dazu werden sowohl Einzel- als auch Kombinationspräparate empfohlen, zusätzlich auch so genannte „Potenzakkorde“, die ein Arzneimittel in verschiedenen Potenzen enthalten (z.B. D4, D12, D30. D200, D1000).

[Blessing B: Wege der homöopathischen Arzneimitteltherapie. Mit einem Geleitwort von Robert Jütte. Berlin, Heidelberg: Springer; 2010]